Ein Sportplatz zum Geburtstag
Juli 1984
60 Jahre TSV Heidenau
Ein Sportplatz zum Geburtstag
rs. HEIDENAU. Gleich doppelten Anlaß zum Feiern haben in den nächsten Tagen die Mitglieder des TSV Heidenau. Der über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannte Traditionsverein feiert sein 60jähriges Bestehen und verbunden damit die Einweihung des neuen Sportplatzes.
In einer Festwoche, die von Sonntag, dem 8. Juli, bis Sonntag, dem 15. Juli, geht, ist es den Heidenauern gelungen, ein attraktives Programm zu bieten.
Es beginnt am Sonntag um 9 Uhr mit einem Leichtathletik-Dreikampf für Jedermann (die Leistungen werden für das Sportabzeichen anerkannt) und geht ab 13.30 Uhr weiter mit einem »Bunten Nachmittag« für Kinder und Jugendliche.
Geboten wird unter anderem ein Luftballonwettbewerb, Torwandschießen und eine Reihe anderer Spiele, die sich Gesamtjugendwart Hans-Jürgen Meyer hat einfallen lassen. Mit diversen Preisen sollen die Gewinner belohnt werden.
Parallel dazu läuft ein Jugendfußballturnier bis 16.30 Uhr. Am Montag (ab 19.30) werden die Mitglieder der Seniorenturngruppe unter ihrer Leiterin Monika Bartz Kostproben ihres Könnens geben, die Gymnastikgruppe Hamersen und Heidenau wird Volkstänze zeigen, und dann gibt es noch einmal Turnen und Gymnastik mit Monika Bartz.
Von Dienstag bis Donnerstag gibt es jeweils ab 18 Uhr Fußball. Am Freitag zeigen um die gleiche Zeit die Mitglieder der Handballabteilung ihr Können. Am Samstag, dem 14. Juli, findet dann mit einem Riesenprogramm die Sportplatzeinweihung statt.
Ab 14 Uhr mit dabei: der Spielmannszug Heidenau, die Turnriegen des Vereins, Karate-Kämpfer, die eine Superschau bringen werden, Jazz-Dancer und als Fußball-Leckerbissen die Verbandsligamannschaft des SV Blankenese Hamburg.
Die Festwoche endet mit einem Frühschoppen und der Urkundenverleihung am Sonntagmorgen (ab 10 Uhr). Im Zusammenhang mit der Durchführung der Festwoche geht ein besonderer Dank des Vorstandes an die Heidenauer Geschäftsleute.
Nur mit ihrer großzügigen Unterstützung nämlich konnte eine informative Broschüre finanziert werden, die interessante Schlaglichter auf die 60jährige Vereinsgeschichte wirft.
Begonnen hatte es einmal am 24. März 1924, als 17 junge Männer aus den Orten Avensen und Everstorf sich im Gasthaus Bellmann trafen, um einen Sportverein zu gründen. Noch heute leben sechs der damaligen Vereinsgründer: Heinrich Kahrs, der damals zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, Johann Lohmann, im Landkreis als »Turner-Hannes« bekannt, Wilhelm Detjen, Gustav Schmidt und zwei, die den gleichen Namen tragen – Heinrich Martens.
Seit 1925 wurde im Verein, der 1929 im Rahmen einer Ortszusammenlegung zum TSV Heidenau wurde, Musik gemacht. Mit Hilfe des Spielmannszuges entwickelte sich der junge Verein schnell auch zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der beiden kleinen Dörfer.
Zuerst wurde nur geturnt im Ort, und zwar auf einer kleinen Wiese in der Nähe des Bahnhofes. Später kam die Leichtathletik hinzu; 1931 wurde in Heidenau auch Fußball gespielt.
Der Beginn der dreißiger Jahre war überhaupt eine Blütezeit für den Verein; besonders die Turner glänzten mit Höchstleistungen.
Im Sommer 1939 kam das vorläufige Aus für den TSV Heidenau. Auf Grund politischer Ereignisse wurde 1939 der gesamte Sportbetrieb eingestellt. Im Oktober 1945 wurde der TSV wieder ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des soeben gegründeten Kreissportbundes.
In der Folgezeit gab es Höhen und Tiefen. Einmal war die Mitgliederzahl gar auf 171 Mitglieder gesunken. Heute betreiben im TSV rund 540 Mitglieder in sechs Abteilungen Sport. Jüngstes Kind ist die Tennisabteilung, die im Januar dieses Jahres Geburtstag hatte.
Der TSV Heidenau ist nicht nur ein sportlich erfolgreicher, sondern auch ein kontaktfreudiger Verein. Fast überall im Bundesgebiet pflegt er die Freundschaft mit anderen Vereinen.
Der Vorstand des erfolgreichen Vereins (von links): Alexander Kisil (1. Vorsitzender), Klaus Lehmann (2. Vorsitzender), Hans-Jörn Rauch (Kassierer) und Ernst Adolf Lohmann (Schriftführer).