1947 – Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Spielbericht
27. Juli 1947
Unser sonntägliches Fußballspiel kam anders als man denkt!
1: Kommt es anders!
2: als man denkt!
Heinabü
Wie so oft bei unseren sonntäglichen Fußballspielen kam es auch heute mal wieder anders als wir es uns an und für sich vorgestellt hatten. Nach den Worten unseres Mannschaftsführers wollten wir nämlich endlich mal den Heidenauern zeigen, dass wir auch ohne viele Gerede verlieren können. Dass es anders kam, ist wohl unsere eigene Schuld oder die unseres Gegners. Vielleicht war auch der Schiedsrichter mal wieder Schuld daran. Immerhin, wir waren gezwungen, zu gewinnen. Und wer waren die Hauptschuldigen? Zählen wir sie doch mal der Reihe nach auf. Zwischen den beiden Torpfosten vertrat überaus würdig Willi Tödter den für Pferderennen zur Verfügung gestellten Alfred und meisterte Dinge, wie sie Alfred in seinen besten Tagen auch nur bewältigt hat. Er zeigte damit, dass stets auf ihn zurückgegriffen werden kann und wir wissen ja auch, dass er immer zur Stelle ist.
Abwehrbollwerk mit kleinen Schönheitsfehlern
Die Hintermannschaft verstand es vorzüglich, den Sturm der Ukrainer auszuschalten und wenn trotzdem zwei Tore fielen, so waren es wohl nur Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Im Sturm spielt sich Michael Zech immer besser ein und ist wohl der lange gesuchte Mittelstürmer. Zwei Tore kamen auf sein Konto. Eins jonglierte Werner Möller haargenau von 20 m in die linke obere Ecke. Er war überhaupt tadellos und stellte zusammen mit Jupp und Rudi den Innensturm des Gegners restlos kalt. (Aber: Psssss!) Das vierte Tor buchte Alfred Prusnat auf sein Konto. Er war zusammen mit Hein Höppke der unermüdliche Halbstürmer.
Es hieß am Ende also 4:2 für den TSV. In der ersten Halbzeit hieß es sogar einmal 3:0 für uns. Die Ukrainer hatten in der zweiten Halbzeit aber den Wind stark auf ihrer Seite und kamen bis auf 3:2 an uns heran. Ein schön erspieltes Tor wurde aber leider nicht gerechnet, da einer von uns ein klein wenig seine Hand dazwischen gehabt hatte. Dafür folgte aber kurz darauf Werners Meisterschuss. Es zeigte sich somit, dass unsere Mannschaft nie siegessicher auf den Platz gehen darf, sondern jeden Gegner als stark einschätzen muss. So wie sie es heute mit den Ukrainern machte. Aber vielleicht kommt es dann auch wieder anders als man es sich gedacht hatte. (Anders kommt es auf jeden Fall!) Darum nur so weitermachen. Es wird schon mal wieder anders kommen.
Heinabü.