17jähriges Schiedsrichter-Talent
Februar 2006
17jähriges Schiedsrichter-Talent
Bruno Brito da Rocha ist einziger Jung-Schiri aus dem Bezirk Lüneburg beim NFV-Lehrgang
bim. HEIDENAU. Er ist ruhig, besonnen und vor allem unbestechlich. Der 17-jährige Bruno Brito da Rocha aus Heidenau läßt sich nichts erzählen, wenn er als Schiedsrichter auf dem Rasen die Rote Karte zeigt. Als Linienrichter ist er sogar in der Landesliga aktiv. Und im Mai wird er als einziges Jugendschiedsrichter-Talent im Bezirk Lüneburg beim Lehrgang des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Barsinghausen teilnehmen.
Mit sechs Jahren trat Bruno Brito da Rocha in die Mannschaft der jüngsten Kicker des TSV Heidenau ein.
Wir nannten das die Pampers-Liga.
— Maria José Brito-Busch, Mutter
Mit ihr kam er 1993 nach Deutschland. „Anschluß zu finden und die deutsche Sprache zu erlernen, ging relativ schnell“, erinnert sich der 17-Jährige, der die Klasse des Wirtschaftsgymnasiums an der Berufsbildenden Schule in Buchholz besucht.
Brunos Schiedsrichterlaufbahn begann 2002, als der Obmann einer Jugendmannschaft sich um Schiedsrichternachwuchs bemühte.
Nach einem Lehrgang habe ich ein, zwei Jahre lang Spiele geleitet. Das machte mir Spaß, und ich wurde aufgefordert.
— Bruno Brito da Rocha
Im vergangenen Herbst besuchte er zwei von drei Lehrgängen in Barsinghausen, zu denen die Kreise des Fußballverbandes Niedersachsen jeweils Jung-Schiedsrichter anmeldeten. Aus den insgesamt rund 90 Teilnehmern wurden die besten 17 ausgesucht, die sich im November in einem Talentlehrgang maßen. Und das war richtiger Streß. An drei Tagen wurden die Jugendlichen jeweils um 6 Uhr morgens zum Lauftraining aus den Federn geschmissen. Danach wurde bis 22 Uhr Theorie gelehrt und gepaukt.
Aus den Prüfungen ging Bruno Brito da Rocha als einer der vier erfolgreichen Jugendschiedsrichter hervor und wird den Landkreis Harburg nun beim Verbandslehrgang vertreten.
Dabei kommt einer weiter, der dann zum DFB-Lehrgang eingeladen wird.
— Bruno Brito da Rocha
Egal, wie er dort abschneidet, Schiedsrichter will er auf jeden Fall weiter sein.
Es ist zwar ein zeitintensives Hobby, aber wenn man es organisieren kann, dass es mit der Schule passt, kann man weit kommen.
— Bruno Brito da Rocha
Ab März ist jedes Wochenende, für die Pokalspiele auch in der Woche, mit unzähligen Stunden auf den Plätzen ausgefüllt. Zu den Spielen, die ihn beispielsweise nach Uelzen, Bremen und Osterholz-Scharmbeck führten, fährt er abwechselnd mit seinen älteren Kollegen Christian Rix, Joachim Weiß und Lehrwart Sven Weber.
Dass er gut pfeift, wird oft gelobt.
— Wilhelm Busch, Stiefvater
Und er schafft es tatsächlich, neben seinem Schiedsrichterdasein noch ein weiteres Hobby zu pflegen.
Ich spiele selbst noch Fußball in der A-Jugend des TSV Heidenau.
— Bruno Brito da Rocha
Bildunterschrift: Jugendschiedsrichter Bruno Brito da Rocha aus Heidenau läßt sich auch von den „alten Hasen“ nichts vormachen.