Als Großfeldhandball die Massen anzog
Juni 2001
Die 26. Heidenauer Handballtage
Als Großfeldhandball die Massen anzog
mf Heidenau – An Regen war nicht zu denken. Keine Wolke zeigte sich am Himmel über dem Sportplatz, auf dem das 26. Großfeldturnier des TSV Heidenau im Handball ausgetragen wurde.
Da können sich Hans-Hermann Völkers und Wolfgang Wilkening vom SV Beckdorf noch an ganz andere Spiele erinnern.
Schlammschlachten“
— Hans-Hermann Völkers
sagte der 50 Jahre alte Hans-Hermann Völkers nur, und sein gleichaltriger Vereinskollege Wolfgang Wilkening, mit dem Völkers seit 42 Jahren gemeinsam Handball spielt, nickt. Als sie beide knapp 20 Jahre alt waren, hatte der Feldhandball auf dem Grasplatz die Stellung des heutigen Hallenhandballs. 300 Leute kamen zu den Spielen des SV Beckdorf, der damals auf dem Großfeld in der Regionalliga spielte und von Hans Dornbusch trainiert wurde. Noch viel mehr kamen zu den Lokalderbys der Ligakonkurrenten Fredenbeck und Beckdorf.
Der VfL Fredenbeck spielt heute in der 2. Bundesliga, natürlich Hallenhandball. Der SV Beckdorf hat gerade den Wiederaufstieg in die Oberliga Nordsee geschafft, in der auch der VfL Fredenbeck II spielt. Derbys wird es in der nächsten Saison also wieder geben. Aber auch sonst gibt und gab es Verbindungspunkte zwischen den Nachbarvereinen. Spieler wechselten, meist in Richtung Fredenbeck, wie zuletzt das Handballtalent Stefan Völkers. Der heute 21-Jährige führt die Tradition seines Onkels Hans-Hermann fort. In der Halle hat sich der Rückraumspieler in der Zweitligamannschaft etabliert. Aber auch mit dem Großfeld sammelte er jetzt im Team des SV Beckdorf Erfolge. So im Endspiel setzte sich der SV Beckdorf gegen Titelverteidiger TuS Jahn Hollenstedt II durch.
Noch ein Nachwuchsspieler schnupperte Großfeldluft im Tor der aus Handballern und Fußballern zusammengewürfelten Mannschaft mit dem Namen „Die Kellerkommune Heidenau“: Es stand der 19 Jahre alte Florian Meier, der vom SV Beckdorf zum Oberligisten VfL Horneburg wechselte. Beim Torhüter ist im Großfeldhandball wenig aufgebaut.
Torhüter für das Großfeld gibt es nicht mehr“
— Hans Jürgen Cohrs, TuS Jahn Hollenstedt
sagte Hans Jürgen Cohrs von Jahn Hollenstedt. Hallentorhüter würden hier nichts anfassen, meinte er, als er gerade einen Keeper in hohem Bogen die falsche Ecke fliegen sah. Die Akteure hatten ihren Spaß. Von den Frauen des TSV Heidenau bestens organisiert, zog das Feldhandball-Turnier aber noch acht Teams an. In besseren Jahren waren es 20. Der harte Kern war wieder, wie man ihn am Vatertag zuverlässig antrifft, mit guter Stimmung und auf einem geschmückten Anhänger, den ein Trecker zog.
Nach der Siegerehrung haben wir noch lange zusammengesessen“
— Verena Meier, Organisatorin
sagte Organisatorin Verena Meier.
Heute geht es in die Halle. Die Heidenauer Handballtage decken beide Varianten ab. Um 13 Uhr starten die Spiele in der Tostedter Halle Schützenstraße.
Ergebnisse: 1. SV Beckdorf, 2. TuS Jahn Hollenstedt II, 3. TSV Jahn I, 4. RTV Rellingen, 5. MTV Eyendorf, 6. SC Poppenbüttel, 7. TSV Heidenau/MTV Tostedt, 8. Die Kellerkommune Heidenau.
Bildunterschriften: Tritt in die Fußstapfen seines Onkels, allerdings auf Hallenparkett: Stefan Völkers vom VfL Fredenbeck. – Der Hollenstedter Martin Prigge ist von seinem Rellinger Gegenspieler Michael Westphal nicht zu stoppen und kann sich am Wurfkreis durchsetzen. Fotos: KOCH