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Auf leisen Sohlen schleichen

Quelle: Harburger Anzeigen und Nachrichten

Auf leisen Sohlen schleichen

120 Kinder feiern beim Mottofest des TSV Heidenau

Heidenau (pje). Nachwuchsprobleme hat der TSV Heidenau nicht zu beklagen. Etwa die Hälfte der insgesamt 720 Vereinsmitglieder sind jünger als 18 Jahre.

Trotzdem wollen wir etwas tun, um auch die Jugend für gemeinsame Aktivitäten und Sport zu begeistern“

Heinz Kuhlage, TSV-Kassenwart

sagte TSV-Kassenwart Heinz Kuhlage. Der 70jährige hat sich zu diesem Zweck etwas in der Vereinsgeschichte bisher Einmaliges einfallen lassen: Ein Fest für alle Kinder und Jugendlichen aus dem Ort unter dem Motto „Auf den Spuren der Indianer“. Rund 120 Heranwachsende waren diesem Ruf am Sonnabend gefolgt – und verwandelten sich für einige Stunden in Winnetou und seine Nachfahren.

Für die passende Atmosphäre war indes auf dem Vereinsgelände des TSV Heidenau gesorgt. Ein Tipi war aufgebaut worden, ein Feuer sollte gestellt werden, es wurde gegrillt. Und auch die erwachsenen Vereinsmitglieder und Eltern der teilnehmenden Kinder hatten sich dem Motto entsprechend zurechtgemacht – allen voran Wolfgang Meier (52), der dem Festausschuß des TSV angehörte. Er hatte sich ein Kostüm ausgeliehen, das zur Attraktion des Festes wurde:

Mein Kopfschmuck besteht aus echten Federn, die Kleidung wurde aus Leder gefertigt“

Wolfgang Meier

betonte Meier, der für seinen bürgerlichen Namen für Sonnabend gegen seinen Indianer-Spitznamen „Bruno, der sprechende Bär“ eingetauscht hatte.

Auch Ortsbürgermeisterin Anette Randt sah dank Perücke nicht mehr aus wie die Squaw, sondern hieß auch so.

Ich habe den Namen ‚Kowadinok‘ ausgewählt“

Anette Randt, Ortsbürgermeisterin

sagte die Liebhaberin von alten Western-Filmen. Sie hatte an einem der vier verschiedenen Erlebnisstützpunkte im Ort Aufsicht, die die Kinder am Vormittag aufsuchen sollten. Hier lernten sie in einer Sandkuhle zu schleichen, auf einem Hochsitz Tiere zu erspähen, Bogenschießen und Angeln – eben alles, was ein richtiger Indianer können muß.

Am Ende der Rundtour erhielt jedes Kind eine Urkunde, die berechtigt, sich als Bisonjäger, Schamane oder Fährtensucher zu nennen. Die kleine Melissa Ehlen war im Anschluß ganz angetan vom Leben der Indianer.

Toll ist, daß die noch selbst auf die Jagd gehen“

Melissa Ehlen

schwärmte die Fünfjährige, die im kommenden Jahr, wenn sie möglicherweise wieder am Mottofest des TSV Heidenau teilnimmt, vielleicht von einer ganz anderen Kultur fasziniert sein wird.

Schließlich wollen wir versuchen, nun jedes Jahr so ein Fest zu organisieren, jedoch immer unter einem anderen Motto. Ideen hat er genug: Ritter oder Germanen zum Beispiel.“

Heinz Kuhlage

Bildunterschriften: Hatte die Idee zu dem Fest: Heinz Kuhlage vom TSV. – Sogar die Ortsbürgermeisterin von Heidenau, Anette Randt, wurde am Sonnabend kurzerhand zur Squaw – hier mit den kleinen Indianer-Fans Melissa Ehlen (5, links) und Lara Hennig (4). – Wolfgang Meier (Mitte) schlüpfte in die Rolle eines Indianer-Häuptlings. Auch Svea Flömer (von links), Jan-Hendrik Erhorn, Lasse Küchemann, Merle Prigge und Myriel Flömer tauchten in die fremde Kultur ein. Fotos: pje

2006 07 10 Auf Leisen Sohlen Schleichen

Beim Mottofest „Auf den Spuren der Indianer“ verwandelte der TSV Heidenau rund 120 Kinder für einen Tag in Ureinwohner Nordamerikas.

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