1947 – 1. Herren des TSV Heidenau gegen Jesteburg verliert 7:1
24. August 1947
Der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten
Die Fußballergebnisse des heutigen Sonntags zeigen mal wieder, dass es unmöglich ist, die Resultate der Spiele in der augenblicklichen A-Klasse vorauszubestimmen. Es kommt doch immer wieder anders. Das ist vielleicht auch schön so, auf jeden Fall wird es dadurch ungeheuer interessant und abwechslungsreich. Man muss sich das nämlich mal vorstellen: Ashausen gewinnt gegen Jesteburg 9:3, spielt gegen Heidenau 1:1 und Heidenau verliert heute gegen Jesteburg 7:1. Ein schönes Durcheinander.
Damit wissen unsere Leser nun auch schon, dass unsere Erste heute ihr Spiel mit 7:1 verlor. Wie das kam? Nun große Entschuldigungen haben wir nicht zur Stelle. Jesteburg war heute tatsächlich gut und hat sich seinen Sieg verdient erkämpft. Nur waren 7 Tore ein wenig viel. Leider war unsere Mannschaft auch nicht vollzählig zur Stelle. Schorsch Meier konnte leider nicht. Dafür spielte aber Rudi Krischker wieder, obwohl sein Bein noch längst nicht wieder in Ordnung war. Um ihn hinten zu ersetzen ging Alfred Prusnat in die Verteidigung und fehlte dadurch natürlich im Sturm sehr.
Jesteburg nutzte diese Gelegenheit radikal aus und bis sich unsere Hintermannschaft eingespielt hatte, stand es 3:0 für Jesteburg. Dann fing es allmählich an, immer stärker zu regnen, der Platz wurde glatter und glatter und das Spiel härter. Leider hatte der Schiedsrichter das Spiel gar nicht in der Hand und somit war die 2. Halbzeit nicht mehr als schön zu bezeichnen. Er kümmerte sich mehr um die Worte der Heidenauer Spieler, die mit seinen Entscheidungen gar nicht einverstanden waren, als um die Spielweise der beiden Mannschaften. So übersah er im Anfang des Spieles, wie die Jesteburger Verteidigung in ihrem Strafraum 2 Mal Hand machte, Strafstöße richteten sich nur gegen Heidenau, für Abseits interessierte er sich gar nicht. Als Werner ihn mal zur Rede stellte, wies er Werner vom Platz. Kurz darauf musste auch Hein Höppke vom Platz, als er dem Schiedsrichter einmal ziemlich deutlich zeigte, dass er mit seiner Entscheidung nicht einverstanden war.
Mit nur 9 Mann spielte nun unsere I. bei Regen und Sturm und einem mehr als glatten Boden gegen einen starken Gegner weiter. Dass dabei noch Tore gegen uns fielen, ist wohl klar. Außerdem hatte Alfred im Tore mehr als Pech und musste sehr auf Draht sein, um den glatten Ball nicht noch öfter an sich vorbei ins Tor rutschen zu lassen. So reihte sich heute ein Pech ans andere und ließ es dadurch zu der hohen Niederlage kommen. Wahrscheinlich haben wir aber auch einen taktischen Fehler gemacht: Der Sturm