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Dieser Empfang war überwältigend

Quelle: Hamburger Abendblatt

Dieser Empfang war überwältigend

Ostberliner Teams spielten in Heidenau

oz Heidenau – Das ganze Dorf war auf den Beinen. Als der Bus mit den Sportlern der BSG Verkehrsbetriebe Berlin in Heidenau ankam, wurden die Gäste mit einem Riesenempfang begrüßt. Neben vielen Einwohnern waren Kreissportbund-Vorsitzender Uwe Stier, ehemals Vorsitzender in Heidenau, Bürgermeister Heinz Oelkers und der Spielmannszug erschienen, um die 30 Ostberliner zu begrüßen.

Für diesen Empfang möchte ich mich auch im Namen unserer Gäste herzlich bedanken.

Klaus-Dieter Lehmann

Bis 1952 hatte der Vorsitzende des TSV Heidenau noch bei Lokomotive Lichtenberg, dem Vorläufer der BSG Verkehrsbetriebe, Handball gespielt.

Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen. Über den Deutschen Sportbund wurde dieser Besuch jetzt ganz offiziell in die Wege geleitet.

Klaus-Dieter Lehmann

In Heidenau wurden den 30 DDR-Sportlern, 15 Handball- und 15 Fußballspielern, alle privat untergebracht, ein reichhaltiges Programm angeboten. Vor allem der Besuch des Hamburger Fischmarktes fand großen Anklang.

Doch auch bei den beiden sportlichen Vergleichen hatte dies Reiz: Beim Handball siegte der TSV Heidenau mit 27:17. Doch beim Fußball lag die Favoritenrolle auf Seiten der BSG Verkehrsbetriebe Berlin, deren Kombinat 11 000 Mitarbeiter umfasste.

Denn die Berliner spielen in der Bezirksklasse (nicht vergleichbar mit der gleichnamigen Klasse hierzulande), während Heidenau nur in der Kreisliga kickt. Am Ende kam dennoch ein freundschaftliches 3:3-Unentschieden heraus.

Bei uns haben zwei wichtige Spieler gefehlt, dem Spielverlauf nach hätten wir gewinnen müssen.

Gerd Hischer, BSG-Trainer

Freundschaftlicher Wimpeltausch: Vorn links: Jürgen Bade (Heidenau), rechts der Berliner Jürgen Müller. Foto: Bernd R. Höhns

Trainer Gerd Hischer

Befürchtungen eines Trainers

Über die veränderte Situation im DDR-Sport sprach HR-Mitarbeiter Olaf Zimmermann mit dem Fußball-Trainer der BSG Verkehrsbetriebe Berlin, Gerd Hischer.

HR: Wie schlagen sich die Umwälzungen im Bereich des Sports nieder?

In mehrfacher Hinsicht: Wir haben in den vergangenen zwei Jahren komplette Mannschaften, insgesamt 30 Leute, verloren. Unser Spielbetrieb ist auch unmittelbar betroffen, denn viele Privilegien, die meine Spieler bislang genossen, fallen jetzt weg. Wie zum Beispiel die Freifahrtscheine oder auch der Umstand, dass die Spieler der Fußball-Mannschaft vorher bis 15 Uhr zu arbeiten brauchten.

Gerd Hischer

HR: Befürchten Sie, dass die Abwanderung von Spielern weitergeht?

Ich glaube schon. Der Weg zum Training bei einem Verein in West-Berlin ist für viele Spieler nicht länger als jetzt und nur dort wird bereits in fast allen Spielklassen Geld gezahlt.

Gerd Hischer

1990 01 15 Dieser Empfang War Ueberwaeltigend Juergen Bade

Ein bewegender Empfang für Sportler der Ostberliner BSG Verkehrsbetriebe in Heidenau mündet in sportliche Vergleiche und ein Interview über den Umbruch im DDR-Sport.

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