Ein Dorf in Feststimmung
Juli 1999
Ein Dorf in Feststimmung
Drei Tage wird gefeiert – Einweihung des Vereinsheims als ein Höhepunkt
Außerdem kommt zum Abschluß am Sonntag die HSV-Altliga zum Freundschaftsspiel.
Von Sabine Lepél
Heidenau. 75 Jahre alt – aber der TSV Heidenau steht besser da, als jemals zuvor in seiner langen Vereinsgeschichte. Denn, obwohl es im Grunde über die Jahrzehnte stetig bergauf ging, hatte den Heidenauern doch noch eins zu ihrem Glück gefehlt: ein Vereinsheim. Am Sonnabend wird das neue Prachtstück auf der idyllisch gelegenen Sportanlage nun eingeweiht.
Wir haben es gemeinsam geschafft. Allen Helfern ein großes Dankeschön.
— Günter Fitschen, seit 1997 Erster Vorsitzender des TSV Heidenau
Es beginnt morgen mit dem Fußballspiel der Heidenauer B-Jugend gegen Werder Bremen und endet am Sonntag mit dem Kick zwischen der TSV-Ligaelf und der HSV-Altliga.
Dazwischen liegen sportliche und festliche Stunden im neuen 350 Quadratmeter großen Sporthaus und darum herum. Die Planungskosten für den „Prachtbau“ waren mit 460 000 Mark angesetzt gewesen.
Doch dank rund 4200 Stunden, die Vereinsmitglieder als Eigenleistung in den Bau investierten, belaufen sich die Gesamtkosten nun nur auf 250 000 Mark.
— Günter Fitschen
Reifenspiele: Die Frauen-Gymnastik-Gruppe in den 70er Jahren bei einer Vorführung.
Programm
Freitag
- 18 Uhr: Fußballspiel: B-Jugend – Werder Bremen.
- 21 Uhr: Disko „Sky Dogs“ mit DJ Sascha.
Sonnabend
- 9.30 Uhr: Prüfung zum Sportabzeichen.
- 14.30 Uhr: Feierlichkeiten im Festzelt und Einweihung des Vereinshauses.
- 20 Uhr: Großer Jubiläumsball mit den „Dominos“.
Sonntag
- 9 Uhr: Jubiläumswanderung rund um Heidenau.
- 10 Uhr: Großer Frühschoppen, Mittagessen, Vorführungen der Kindergruppen und Karate.
- 13 Uhr: Handball-Mini, Spiel und Spaß für Kinder, Ponyreiten mit dem Reitverein Tostedt, Kaffee und Kuchen.
- 13.30 Uhr: Fußball: C-Jugend – Werder Bremen.
- 15 Uhr: Fußball: HSV-Altliga – TSV Heidenau.
Auf diese Art der Eigeninitiative war der TSV Heidenau in seiner Geschichte immer angewiesen gewesen. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1924 ebenfalls durch die Initiative insbesondere eines Mannes: Heinrich Kahrs, Bäckergeselle im Ort und eigentlich ein Fremder, denn er kam aus Sittensen!
In den ersten Vereinsjahren konnte Kahrs nicht nur Brotteig kneten, sondern war auch ein begabter Turner. Er brachte die Ideale des Turnvater Jahn auch anderen jungen Männern der Ortschaften Avensen und Everstorf nahe, aus denen im Jahre 1929 die Gemeinde Heidenau wurde.
In den ersten Vereinsjahren wurde Gerätturnen und etwas Leichtathletik ausgeübt. Als Übungsstätte diente eine Wiese, später wurde ein Bauernhof zum Treffpunkt der Bewegungslustigen. Als Geräte dienten abgesägte Harkenstiele und Ähnliches. Von 1926 an wurde beim Kaufmann Ernst Bellmann auf dem Saal geturnt – nicht selten bei Kerzenschein.
17 Turner waren die Gründerväter des Vereins, in dem heute 820 Mitglieder gemeinsam das große Sportangebot nutzen. Es umfaßt mittlerweile Fußball, Handball, Karate, Gesundheitssport, Turnen, Aerobic, Jazz- und Kinder-Tanz, Tischtennis, Kegeln und Wandern.
Ich glaube, daß für jeden Heidenauer Bürger eine Sportart dabei ist, die seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht.
— Günter Fitschen
Neben dem Fußballspiel zwischen dem Kreisligisten des TSV und der Altliga des HSV sowie der Einweihung des Vereinsheimes ist der Jubiläumsball am Sonnabend ein Höhepunkt der „drei tollen Tage“ von Heidenau, wo am Wochenende mit Sicherheit nicht nur der Himmel blau sein wird und vielleicht sogar der berühmte Ziegenbock mit seiner Frau tanzt.
Die Heidenauer Elf von 1953 bis 1956: Michael Zech, Friedhelm Detjen, Günther Maashöfer, Fritz Lohmann, Martin Mook, Arno Wannöffel, Hermann Schulz, Heiner Tödter, Bernd Pienka, Werner Meier und Adolf Henning (von links).